Vortrag auf Einladung der ÖGUF und der AG Forschungsgeschichte:
Im Jahre 1862 unternahm der steirische Naturforscher Franz Unger (1800–1870) die letzte seiner Reisen in den ‚Orient‘, nämlich nach Zypern. Er tat dies gemeinsam mit seinem Kollegen an der Wiener Universität, Theodor Kotschy (1813–1866), um die Flora und Geologie der Insel zu studieren. Darüber hinaus reiste er in besonderer Mission des Museums Joanneum, dessen Kurator Josef von Zahn ihm für die geplante Sammlungserweiterung die Erwerbung zyprischer Antiken auftrug.
Die Reise dauerte von März bis Mai 1862 und ist in der 1865 gemeinsam mit Theodor Kotschy verfassten Publikation „Die Insel Cypern ihrer physischen und organischen Natur nach, mit Rücksicht auf ihre frühere Geschichte“ gut dokumentiert. Einen unmittelbareren Einblick gewähren die an der Universitätsbibliothek Basel aufbewahrten Tagebücher Franz Ungers. Sie zeichnen ein lebhaftes Bild zeitgenössischer archäologischer Aktivitäten auf der Insel sowie der Umstände der Reise, die den Forscher von Larnaka ins Landesinnere über Idalion nach Nikosia und weiter in den Westen nach Kolossi, Kourion und Pafos führte.
Während dieser Reise konnte Unger Abklatsche antiker Inschriften anfertigen und an die 90 Fragmente antiker Skulpturen sowie antike Münzen erwerben. Während die Abklatsche Teil der Sammlung des derzeitigen Instituts für Antike der Universität Graz sind, kamen die antiken Originale ans Joanneum, wo sie heute eine international bedeutende und viel beachtete Sammlung bilden.
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