Verwandtschaftsbeziehungen im mykenischen Griechenland aus bioarchäologischer Perspektive

Philipp W. Stockhammer (Ludwig-Maximilians-Universität München & Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig)

Stockhammer1

Vortrag auf Einladung der ÖGUF: 

Seit den Ausgrabungen Heinrich Schliemanns zählt die Rekonstruktion der sozialen Organisation mykenischer Gesellschaften zu den zentralen Fragestellungen der ägäischen Archäologie. Neben den schriftlichen Quellen bilden insbesondere die reich ausgestatteten Gräber die wichtigste Grundlage für die Erforschung sozialer Strukturen. Über lange Zeit wurden gemeinsam in Kammergräbern oder anderen Formen der Kollektivbestattung beigesetzte Personen als Mitglieder biologischer Familien interpretiert und ihre gemeinsame Bestattung als Ausdruck familiärer Identität verstanden. Inzwischen ist jedoch klar, dass biologische Verwandtschaft und soziale Zugehörigkeit zwar zusammenfallen können, aber keineswegs deckungsgleich sein müssen. Zugleich eröffnen jüngste archäogenetische Untersuchungen erstmals die Möglichkeit, biologische Verwandtschaftsbeziehungen direkt zu rekonstruieren.


Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich biologische Verwandtschaft und soziale Praktiken bei der Entstehung und dem Ausdruck von Zugehörigkeit zueinander verhielten. Anhand ausgewählter mykenischer Kammergräber werden neue archäogenetische Ergebnisse mit archäologischen Befunden zusammengeführt, um die Bedeutung von Sekundärbestattungen, Heiratsmustern und Mobilität für die Konstruktion sozialer Gemeinschaften im bronzezeitlichen Griechenland neu zu bewerten.


Zugangsdaten:
Teilnahme über Zoom
https://us06web.zoom.us/j/84815484716?pwd=Xl8JM9BYWeRJG7PutszmxIfVtEgzPR.1
Teilnahme über den Internet-Browser:
https://zoom.us/join
Meeting-ID: 848 1548 4716
Kenncode: 882808

Veranstaltungsort

Abgusssammlung (SR E.33), Universität Salzburg
Residenzplatz 1
5020 Salzburg

Auf Google Maps anzeigen

Veranstalter

ÖGUF