Vortrag auf Einladung der ÖGUF und der AG Forschungsgeschichte:
In den Jahren 1911 bis 1918, also kurz vor Ausbruch und während des Ersten Weltkriegs, fanden umfangreiche archäologische Grabungen in Flavia Solva statt. Geleitet wurden sie von dem 1912 zum „Landesarchäologen“ und Leiter der prähistorischen Sammlung und des Antikenkabinetts am Joanneum in Graz ernannten Walter Schmid, in dessen Nachlass sich insgesamt zwölf Notizbücher erhalten haben, in denen er die Ergebnisse seiner Untersuchungen in Flavia Solva sehr ausführlich und detailreich beschrieben hat. Da Schmid Grabungsberichte meist nur in kürzeren Artikeln in Fachzeitschriften oder Tageszeitungen veröffentlichte, jedoch keine umfassenderen wissenschaftlichen Publikationen seiner Forschungsergebnisse vorlegte, kommt diesen als eine Art Grabungstagebüchern verfassten Notizheften erhöhte Bedeutung zu. Denn Schmids im Auftrag des k. k. Österreichischen Archäologischen Instituts zu Beginn mit Hilfe von Sträflingen, ab 1915 dann von serbischen, russischen und zuletzt auch italienischen Kriegsgefangenen durchgeführte großflächige Grabungen stellen bei allen – gewiss auch der damaligen Zeit und den besonderen Umständen geschuldeten – Mängeln bis heute die Grundlage unseres Wissens über den Stadtplan, die Grundrissgestaltung der regelmäßig angelegten Häuserblöcke und den Verlauf der Straßen sowie die Gesamtausdehnung Flavia Solvas dar. Nicht zuletzt konnten durch die von Schmid geleiteten umfangreichen Grabungen aber auch die z. T. sehr reiche Ausstattung einzelner Gebäude mit Fußbodenheizungen, Mosaiken und Wandmalereien und der damit verbundene hohe Lebensstandard zumindest eines Teils der Bewohner der einzigen antiken Stadt auf dem Gebiet der heutigen Steiermark nachgewiesen werden.
Zugangsdaten:
Teilnahme über Zoom
https://us06web.zoom.us/j/81578584608?pwd=WdU2u8ZN6G3RgIKZDZXrdHlbDbsL7o.1
Teilnahme über den Internet-Browser:
https://zoom.us/join
Meeting-ID: 815 7858 4608 und Kenncode: 382961