Auch im Studienjahr 2017 konnte der Arbeitskreis Neolithikum/Bronzezeit ein spannendes Programm präsentieren. Die aufgrund der Klimaerwärmung abschmelzenden Gletscher und Schneefelder eröffnen in den Alpen ein neues Aufgabenfeld für die Archäologie. Diese Thematik konnte uns Dr. Hubert Steiner (Amt für Bodendenkmäler in Südtirol) am 06.04.2017 in einem Vortrag näher bringen. Im voll besetzten Hörsaal in Wien präsentierte er uns kuriose organische Funde, wie einen Schneeschuh aus der Jungsteinzeit, und erläuterte die Probleme der Denkmalpflege mit Fundstellen im Hochgebirge, wie der Baracke aus dem 1. Weltkrieg auf dem Gipfel der 3851 m hohen Königspitze.

Die diesjährige Exkursion des Arbeitskreises Neolithikum/ Bronzezeit fand vom 4. bis 7. August 2017 unter der Leitung von Sebastian Krutter und Daniel Brandner statt und führte die Teilnehmer ins Tennengebirge (Land Salzburg). Durch die Ergebnisse einiger in den letzten Jahren durchgeführten Forschungsprojekte eröffnete sich ein umfangreiches Bild auf die die erdgeschichtliche und kulturhistorische Vergangenheit dieser hochalpinen Landschaft deren Vermittlung im Fokus der Exkursion stand. Dies erfolgte zum einen durch die Besichtigung einer Auswahl an Freiland- sowie Höhlenfundstellen und wurde zum anderen durch abendliche Impulsvorträge vertieft. Vier Mitglieder des Arbeitskreises Neolithikum/Bronzezeit sowie vier Mitglieder der Naturfreunde Salzburg nahmen die Gelegenheit wahr und erlangten ein umfassendes Bild über den aktuellen Stand der Forschung. Zunächst erfolgte vom Salzachtal aus der Aufstieg zu dem auf 1925 m Seehöhe gelegenen Leopold-Happisch-Haus der Naturfreunde Salzburg, welches als Ausgangspunkt für die folgenden Tagestouren im entlegenen westlichen Tennengebirge diente. Im Rahmen dieser konnten Almwüstungen aus fast sämtlichen Epochen auf der Vorderen und Hinteren Pitschenbergalm besichtigt werden, wobei der Schwerpunkt naturgemäß den verfallenen bronzezeitlichen Gebäudestrukturen galt. Doch nicht nur die baulichen Reste selbst sondern auch deren Einbindung in die Umgebung und Aspekte der Versorgung und Organisation der hochalpinen Weidenutzung wurden vor Ort besprochen. Am höchsten Punkt der Exkursion, der Streitmandscharte (2240 m), eröffnete sich den Teilnehmern ein eindrucksvolles Panorama auf das verkarstete Plateau des Tennengebirges und vermittelte so einen Eindruck der räumlichen Einbindung der Fundlandschaft in die hochalpine Umgebung. Die Befahrung der Bärenfalle, einer besonders geschützten Höhle im Windischkopf, bildete das Highlight der Exkursion und führte die Teilnehmer, ausgestattet mit Helm und Klettergurt, noch viel weiter zurück in die Vorgeschichte des Tennengebirges. Im Zuge von paläontologischen Grabungen konnten hier in den letzten Jahren reiche jungpleistozäne Faunenreste, vor allem Knochen von Höhlenbären und Höhlenlöwen, geborgen werden. Bei bestem Wetter erfolgte am vierten Tag schließlich der Abstieg nach Stegenwald, von wo aus – nach gut 3700 zurückgelegten Höhenmetern – alle Exkursionsteilnehmer wohlbehalten die Heimreise antreten konnten.

Nach langjähriger aktiver Mitarbeit im Arbeitskreis Neolithikum/Bronzezeit dürfen wir heuer Sebastian Krutter von seinem Amt als Sprecher verabschieden. Schon vor seiner offiziellen Ernennung im Jahr 2013 brachte er sich in den Arbeitskreis ein und gestaltete ihn aktiv mit. Während seiner Zeit als Sprecher organisierte er zahlreiche Vorträge und Treffen und sorgte so dafür, den Arbeitskreis zu beleben. Er fiel besonders durch die Organisation von zahlreichen Exkursionen, wie 2012 nach Salzburg, 2014 gemeinsam mit dem Arbeitskreis Eisenzeit nach Süddeutschland und der Exkursion im letzten Jahr zur Ötzi-Fundstelle auf. Seinem Einsatz ist es auch zu verdanken, den Kontakt des Arbeitskreises nach Innsbruck aufzubauen. Für seine weitere Laufbahn wünschen wir ihm alles Gute und hoffen, dass der Arbeitskreis in Zukunft durch neue Gesichter in ähnlicher Weise geprägt wird.

Daniel Brandner & Fiona Poppenwimmer

Aus: Archäologie Österreichs 28/1–2, 2016, 70.

Tätigkeitsbericht des AK Neolithikum/Bronzezeit 2020/21

Nachdem es einige Jahre ruhig um den Arbeitskreis Neolithikum/Bronzezeit war, fanden sich
im Herbst 2020 wieder Studierende, die den AK wiederbelebten.
Dank unserer Sprecherin Kayleigh Saunderson wurde zunächst der Auftritt auf Social Media
aktualisiert und erweitert (FB: Arbeitskreis Neolithikum/Bronzezeit, IG:
ak_neolithikum_bronzezeit).
Trotz der pandemischen Lage gelang es uns 2021 zwei Vortragende zu gewinnen, die via
Zoom ihr Wissen an die zahlreichen Interessierten weitergaben.
Am 10. Juni 2021 fand der erste Vortrag von Alexander Minnich mit dem Thema „Die
linearbandkeramische Siedlung von Brunn am Gebirge im Kontext des mitteleuropäischen
Neolithisierungsprozesses“ statt.
Dass Vorträge über Zoom auch eine Chance sein können, Vortragende außerhalb Österreichs
zu gewinnen, zeigte uns im Juni 2021 eindrucksvoll Mark Knight von der University of
Cambridge mit seinem Vortrag über „The Must-Farm pile-dwelling settlement“.
Leider verhinderte die andauernde Situation rund um SARS-CoV-2 Exkursionen und
erschwerte die Organisation von Stammtischen vor Ort. Von einer Feier des 30-jährigen
Bestehens wurde aufgrund der strengen Versammlungsvorschriften im vergangenen Jahr
leider ebenfalls abgesehen.
Die Mitglieder des Arbeitskreises hoffen auf eine Besserung der Situation, um wieder neue
Akzente setzen zu können und Interessierten des Neolithikums und der Bronzezeit viele
abwechslungsreiche Veranstaltungen und Vorträge bieten zu können.
Barbara Gmeiner, Doris Jetzinger, Nicolas Loy und Kayleigh Saunderson

Im Verlauf der beiden vergangenen Jahre konnte der Arbeitskreis Neolithikum/Bronzezeit wieder ein abwechslungsreiches Programm mit mehreren Vorträgen und Exkursionen anbieten.

Am 22. Jänner 2015 berichtete Thomas Terberger mit seinem Vortrag „Tod im Pfeilhagel – das bronzezeitliche Fundareal im Tollensetal in Nordostdeutschland“ über neue Forschungsergebnisse zur bronzezeitlichen Schlachtfeldarchäologie im Tollensetal. Anschließend durften wir am 26. März 2015 Gisela Grupe begrüßen, welche mit dem Vortrag „Isotopiekartierungen und Migrationsstudien anhand bioarchäologischer Funde“ einen interessanten Einblick in das aktuelle interdisziplinäre Forschungsprojekt „Transalpine Mobilität und Kulturtransfer“ bot.Nach zweijähriger Pause konnte am 28. April 2015 zudem wieder unser traditionelles Studierendenkolloquium abgehalten werden: Maria Röcklinger berichtete mit dem Vortrag „Leben und Arbeiten am Çukuriçi Höyük, Türkei – Kontextuelle Analysen anhand der frühbronzezeitlichen Gefäßkeramik“ über ihre laufende Masterarbeit. Fiona Poppenwimmer gab mit dem Vortrag „Stufe für Stufe – Untersuchungen zur Benutzung der bronzezeitlichen Stiege aus dem Hallstätter Bergbau“ einen Einblick in ihre Bachelorarbeit. Am 26. Oktober 2015 konnte in Kooperation mit dem Arbeitskreis Unterwasserarchäologie eine eintägige Exkursion zum „Tag der offenen Grabung“ der unterwasserarchäologischen Pfahlbaugrabung am Attersee organisiert werden. Schließlich folgte am 3. November 2015 ein Vortrag von Hanns Oberrauch (Tramin) mit dem Titel „Opferriten und frühe Metallurgie im Alpenraum am Beispiel des Pigloner Kopfes in Südtirol“, worin er uns über den aktuellen Forschungsstand zur Kupferzeit in Südtirol informierte.

Am 28. April 2016 gab uns Harald Stäuble mit dem Vortrag „7 auf einen Streich – neue bandkeramische Brunnen aus Sachsen mit Funden aus organischem Material“ einem tiefen Einblick in eine spannende Befundkategorie mit einzigartigen Erhaltungsbedingungen. Ganz im Zeichnen von „25 Jahre Mann aus dem Eis“ führte unsere diesjährige Exkursion vom 14.–15. August 2016 unter Organisation von Benedikt Biederer und Sebastian Krutter zur Fundstelle von „Ötzi“ am Tiesenjoch auf 3210 m Seehöhe in den Ötztaler Alpen; bestes Wetter, herrliches Bergpanorama, ein gemütlicher Hüttenabend in der Similaunhütte und die „Fachsimpelei“ an der Fundstelle entlohnten für den mühsamen Aufstieg. Am 1. Dezember 2016 folgte der Vortrag „Die Lichtensteinhöhle bei Osterode am Harz – Bestattungsplatz einer Großfamilie aus der Urnenfelderzeit“ von Stefan Flindt. Dieser Vortrag war zugleich auch eine zukunftsweisende Premiere, da es – in der Geschichte der ÖGUF – der erste Arbeitskreisvortrag war, der in Innsbruck stattfand.

Auch in personeller Hinsicht haben sich Veränderungen ergeben. Sophie Habinger legte ihre mehrjährige Funktion als Arbeitskreissprecherin nieder; an dieser Stelle ein großer Dank für ihr Engagement. An ihre Stelle ist Benedikt Biederer getreten, der seit Jänner 2016 als Arbeitskreissprecher fungiert. Im Jahr 2016 beging nicht nur „Ötzi“ sein 25-jähriges Fundjubiläum; auch unser Arbeitskreis, der im Jahr 1991 innerhalb der ÖGUF begründet wurde, kann nun auf ein ganzes Vierteljahrhundert seines erfolgreichen Bestehens zurückblicken. In diesem Sinne möchten wir allen Arbeitskreismitgliedern für das bisherige Interesse an unseren Veranstaltungen danken und dürfen auch zukünftig auf eine rege Teilnahme hoffen!

Sebastian Krutter, Benedikt Biederer, Daniel Brandner & Fiona Poppenwimmer

Aus: Archäologie Österreichs 27/2, 2016, 71.

Auch diesmal kann der Arbeitskreis Neolithikum/Bronzezeit auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken, in dem neben zahlreichen Arbeitskreisstammtischen zwei Vorträge und zwei mehrtägige Exkursionen organisiert werden konnten.

Am 05. Juni begrüßten wir Wolfgang Sölder (Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum) für einen Vortrag, der einen spannenden Einblick in die aktuellen Forschungen zum spätbronzezeitlichen Brandgräberfeld von Vomp- Viechter Au gab.

Gemeinsam mit dem AK Eisenzeit führte eine unserer diesjährigen Exkursionen von 07. bis 10. Juni nach Südwestdeutschland, wobei unter anderem der Glauberg, die Heuneburg, das Federseemuseum in Bad Buchau und das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen besichtigt werden konnten.
Die zweite Exkursion führte vom 12. bis 14. September – unter Organisation von Laurin Suesserott und Sebastian Krutter – ins Salzachtal im Land Salzburg. Der erste Exkursionstag stand im Zeichen des Dürrnberges, an dem wir die archäologische Dauerausstellung des Keltenmuseums Hallein, das neu gestaltete Keltendorf und anschließend die Hochfläche des Dürrnberges – unter anderem mit einem Kurzbesuch des Schnabelkannengrabes am Hexenwandfeld – besuchten. Der Fokus des zweiten Tages lag auf dem bronzezeitlichen Bergbau, wozu wir die montanarchäologische Ausstellung im Museum am Kastenturm in Bischofshofen, die bronzezeitlichen Abbaue im Arthurstollen und das bronzezeitliche Erzaufbereitungsareal am Troiboden am Mitterberg besichtigten. Am letzten Exkursionstag besuchten wir einen kurzen Routenabschnitt der bronzezeitlichen „Kupferstraße“ am Pass Lueg, eine bronzezeitliche Höhensiedlung bei Golling sowie die archäologische Sammlung des Museums Burg Golling.

Den Abschluss des Jahres stellte ein Vortrag von Hans Reschreiter (NHM Wien) am 11. Dezember dar, der einen Einblick in die aktuellen Forschungsarbeiten rund um die prominente Holzstiege aus dem bronzezeitlichen Salzbergbau von Hallstatt gab.

In personeller Hinsicht dürfen wir unseren Kollegen Daniel Brandner (Universität Innsbruck) als vierten Arbeitskreissprecher begrüßen. Er wird unseren Arbeitskreis am Institut für Archäologien in Innsbruck repräsentieren.

Sebastian Krutter, Fiona Poppenwimmer, Sophie Habinger & Daniel Brandner

 

Aus: Archäologie Österreichs 26/1, 2015, 63.

Das vergangene Studienjahr 2013/2014 wurde bereits während der Winterferien durch einen Vortrag zur Palaeoethnobotanik eingeleitet: Christine Hastorf refererierte über „The social dimensions of plant use in South America“. Zu Semesterbeginn berichtete uns Wolfgang Artner über „Lasinja, Mondsee und frühes Kupfer – Die Steiermark im 4. Jahrtausend v. Chr.“ und demonstrierte damit eindrucksvoll eine frühe transalpine Vernetzung der kupferzeitlichen Gesellschaft. Weiter ging es mit einem Vortrag von Rengert Elburg, der im Rahmen der ÖGUF Hauptversammlung über „Hervorragendes Holzhandwerk aus dem Frühneolithikum“ sprach.

Das Studierendenforum des Arbeitskreises Neolithikum/Bronzezeit hat sich als Erfolgsevent etabliert. Im Juni konnten Diplomanden bereits zum dritten Mal ihre Abschlussarbeiten einem größeren Publikum präsentieren. Unter dem Sammeltitel „Der Mensch im archäologischen Befund: Vom Fingerabdruck bis zur Leiche“ stellten Ali Darvish Zadeh, Stefan Grasböck und Michaela Langová ihre überaus interessanten Ergebnisse vor. Abgeschlossen wurde das Sommersemester mit einem Workshop von Michael Götzinger. Auf beeindruckend interaktive Art wurden wir über die Verwendung von mineralischen Farbpigmenten in der Ur- und Frühgeschichte informiert.

Der Hauptreferent des Wintersemesters, Roderick Salisbury, gab mit einem Vortrag über „Soil chemistry in archaeology: reconstructing activity zones, settlement patterns and cultural landscapes“ interessante methodische Einblicke. Unter anderem in seine Arbeit auf neolithischen und kupferzeitlichen Fundstellen in Ungarn.

Über diese offiziellen Veranstaltungen hinaus gab es eine Reihe von kleineren Treffen. So fand neben den regelmäßigen Stammtischen etwa eine Diashow statt, bei der Mitglieder des Arbeitskreises von einer archäologischen Rundreise durch den Iran berichteten. Zudem hat im Dezember 2013 ein Wechsel des Arbeitskreissprecherteams stattgefunden, indem Sebastian Krutter, Fiona Poppenwimmer und Sophie Habinger die Koordination des Arbeitskreises übernommen haben. Zukünftig soll einerseits der bisherige „Kurs“ weiterverfolgt werden und andererseits sollen neue Akzente gesetzt werden – unter anderem soll im Sinne eines österreichweit agierenden Arbeitskreises
eine verstärkte Kommunikation und Kooperation zwischen den west- und ostösterreichischen KollegInnen angestrebt werden.

In bewährter Weise werden wir Vorträge, Exkursionen, Workshops und regelmäßige Stammtische organisieren, wofür wir auch weiterhin auf eine rege Teilnahme hoffen!

Ronny Weßling, Maria Röcklinger, Jakob Maurer, Sebastian Krutter, Fiona Poppenwimmer & Sophie Habinger

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 25/3, 2014, 7.

E-Mail - Verteiler

Terminkalender

Mai 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5
Mai 2022
Mo Di Mi Do Fr Sa So
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Diese Website verwendet Cookies zur Organisation verschiedener Funktionen. Indem Sie unsere Website nutzen, stimmen Sie zu, dass wir Cookies auf Ihrem Gerät platzieren.