Die Vorträge standen im Sommersemester 2008 besonders im Zeichen des Neolithikums auf dem Balkan. Eine Einführung und einen Überblick über die aktuellen Forschungen bot Tîhomila Tezak-Gregl (Universität Zagreb) am 22. April mit dem Vortrag „Early Neolithic in Northern Croatia – from Starčevoto Korenovo“. Trotz des irrtümlich als „Karanovo“ angekündigten Titels war der Hörsaal bis fast auf den letzten Platz gefüllt. Die Ausführungen von T. Tezak-Gregl boten Anlass zu einem ausgedehnten Postkolloquium, das erst durch die Sperrstunde des Lokals beendet wurde. Einen knappen Monat später berichtete Peter Stadler (Naturhistorisches Museum Wien) über die neuesten Forschungen zu Brunn am Gebirge: „Die frühneolithische Fundstelle von Brunn am Gebirge/Wolfholz: Lokale Entwicklung oder Gründung von Zuwanderern aus dem Starcevo-Bereich?“ Auch diese Veranstaltung war äußerst gut besucht und mündete in ein Postkolloquium, bei dem lange über diesen Fragenkomplex diskutiert wurde. Den Abschluss des Themenkomplexes Balkan bildete der Vortrag auf Einladung der ÖGUF von Johannes Müller (Universität Kiel) zum „Spätneolithikum in Zentralbosnien (5300-4400 v. Chr.): Ausgrabungen in Okoliste“, wo er über die Ergebnisse des mehrjährigen Grabungsprojekts seines Instituts im Visoko-Becken in Zentralbosnien berichtete. Der im Rahmen des Postkolloquiums ausgesprochenen Ein­ladung, die Grabung zu besichtigen, konnten wir Mitte September folgen. Wir durften zwei Tage die deutsche Gastfreundschaft im Projekthaus genießen und konnten einen interessanten Einblick in die Grabungsbefunde, Ar­beitsweise und die komplexe Logistik nehmen.

Im Wintersemester, am 4. November, fand der ursprüng­lich für Juni geplante Vortrag von Philippe Della Casa (Uni­versität Zürich) über „Wege in die Alpen – Interdisziplinäre Arbeiten zur Siedlungs- und Landschaftsarchäologie des zentralen Alpenraumes“ statt. Er berichtete über die aktu­ell laufenden Arbeiten an einem interdisziplinären For­schungsprojekt zur prähistorischen Besiedlung südlich des Großen St. Bernhard in den Zentralalpen. Dieser Vortrag war ebenso wie der letzte des WS 2009, von Harald Stäuble (Landesamt für Archäologie Dresden) über „Die linienband­keramischen Funde Sachsens. Erste Ergebnisse und Stand der Eythraer Befunde“ äußerst informativ und sehr gut besucht.

Einen weiteren Schwerpunkt des Arbeitskreises, der sich noch von 2007 fortsetzte, bildete die Erstellung eines Kon­zepts zur Neuaufstellung der Neolithikum-Sammlung des Krahuletz-Museums Eggenburg. Dazu wurden zahlreiche Treffen in Wien wie auch vor Ort in Eggenburg abgehalten. Unser Konzept wurde durch den Vorstand der Krahuletz-Gesellschaft Ende 2008 genehmigt, im Laufe des Sommer­semesters soll nun die Umsetzung stattfinden.

Franz Pieler

 

Aus: Mitteilungsblatt Archäologie Österreichs 20/3, 2009, 5–6.

Teilen

E-Mail - Verteiler

Terminkalender

November 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3
November 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3